Es war stockfinster, und obwohl Emil der wohl beste Fährtenleser überhaupt war, kamen wir vom Weg ab. Lediglich eine Taschenlampe und die Beleuchtung der mobilen Telefongeräte reichten in diesem dichten Teil des Waldes nicht aus, um uns auf direktem Weg zurück zur Lichtung zu bringen, auf der wir unseren Winpala - natürlich immer noch im winterlichen Tarnmodus - geparkt hatten.
Dean brummelte unwirsch vor sich hin, während langsam der Schneefall einsetzte.
"Na klasse," murmelte Dean leise.
"Hab' ich ja gesagt," nickte Emil selbstbewusst.
Da wir nur von Bäumen und Schnee umgeben waren, fiel es selbst Emil schwer, die Orientierung zu behalten. Das Knacken der gefrorenen Zweige und Äste unter unseren Füßen trug nicht zu unserem Wohlbefinden bei, und der Schnee durchnässte uns langsam aber stetig. Einen Moment lang hielten wir inne, um uns zurechtzufinden. Ein lautes Knacken in der Nähe ließ uns allesamt aufhorchen.
"Was war das?" flüsterte Emil.
Einen Sekundenbruchteil herrschte völlige Ruhe. Dann überschlugen sich die Ereignisse förmlich.
"Da hinten!" rief Dean und hielt den matten, flackernden Strahl der Taschenlampe in die Richtung, aus der das Geräusch zu vernehmen gewesen war. Ein Schatten huschte zwischen den Bäumen dahin. Ein aufrechter Schatten, und zwar auf zwei Beinen! Also nicht einfach ein Waldtier - okay, außer sie wollten uns einen Streich spielen und hätten einen Kurs im Aufrecht-Gehen belegt - sondern ein Zweibeiner.
Sam und Dean spurteten voran. Keine Kunst mit den langen Beinen! Emil und ich hechteten hinterher. Nun ja, Emil hechtete nicht ganz so wie ich, aber in mir erwachte sofort der Jagsinstinkt aus alten Zeiten. Fast hätte ich mich von Erinnerungen an die Vollmondnächte und meine geliebten Werwölfe ablenken lassen, doch hier ging es um weit mehr, als nur Gold und Belohnungen.
"Hier lang!" rief Dean, und Sam fuchtelte wild mit den Armen, um uns mit seinem Mobilgerät ein Signal zu geben, in welche Richtung wir zu laufen hatten. Und noch während ich eben diese Richtung einschlug, sah ich aus dem Augenwinkel den zweibeinigen Schatten einen Haken schlagen und einen anderen Weg einschlagen.
"Hier!" rief Emil inbrünstig. "Hier ist er lang!"
Ich heftete mich an die Fersen des Flüchtigen. Die Gestalt schlang und wand sich zwischen den Baumstämmen hin und her, als würde sie den ganzen Tag lang nichts anderes machen. Es wirkte elegant, das musste ich dem Kerl lassen. Die anderen schlossen zu mir auf, Sam überholte mich, als das Wesen erneut einen Haken schlug.
"Bleib stehen, du Mistkerl!" hörten wir Dean schreien.
Obwohl die Gestalt immer wieder für den Bruchteil einer Sekunde hinter den Bäumen verschwand, ließ ich mich nicht so schnell abwimmeln. Das Atmen fiel langsam schwer, die Kälte kroch in meine Lungen. Dennoch war ich ihm so dicht auf der Pelle, das er zum Greifen nah schien. Dann setzte der Zweibeiner zu einem Sprung an. Ich duckte mich automatisch, völlig normale Abwehrhaltung. Ich rechnete damit, das unser Jagdobjekt jeden Moment auf mir landen und mich zu Boden ringen würde. Als ich aufsah, war der Kerl verschwunden.
"Wo ist er hin?" fragte Sam, der als erster bei mir ankam.
"Weg."
"Was heißt weg?" hörte ich Dean hinter mir brummen.
"Gesprungen. Weiß der Geier wohin."
Wir beleuchteten die Umgebung. Hier war nur Wald. Schnee-Wald.
"Wo soll er denn hingehüpft sein?" kratzte Emil sich am Kopf.
Ich zuckte die Schultern und atmete tief ein und aus. Puh, war ich außer Form.
"Keine Ahnung, er ist einfach verschwunden. Es sah aus, als wollte er auf mich draufspingen."
Das klang ein wenig wie eine Ausrede, als hätte ich ihn absichtlich entkommen lassen.
"Konntest du ihn denn erkennen?" wollte Sam wissen.
"Ja, ein wenig," nickte ich, langsam wieder zu Puste kommend. "Er hatte vier Hörner. Und Hufe."
Wir standen noch eine Weile rum, suchten ein wenig weiter, doch wir hatten die Spur verloren. Wie auch immer der Knilch das angestellt hatte, er schien sich in Luft aufgelöst zu haben. Und so machten wir uns dann jetzt erneut auf die Suche nach unserem Winpala, um endlich zurück ins Motel kehren und uns aufwärmen und beraten zu können.
Absturz
Obwohl die Gestalt immer wieder für den Bruchteil einer Sekunde hinter den Bäumen verschwand, ließ ich mich nicht so schnell abwimmeln. Das Atmen fiel langsam schwer, die Kälte kroch in meine Lungen. Dennoch war ich ihm so dicht auf der Pelle, das er zum Greifen nah schien. Dann setzte der Zweibeiner zu einem Sprung an. Ich duckte mich automatisch, völlig normale Abwehrhaltung. Ich rechnete damit, das unser Jagdobjekt jeden Moment auf mir landen und mich zu Boden ringen würde. Als ich aufsah, war der Kerl verschwunden.
"Wo ist er hin?" fragte Sam, der als erster bei mir ankam.
"Weg."
"Was heißt weg?" hörte ich Dean hinter mir brummen.
"Gesprungen. Weiß der Geier wohin."
Wir beleuchteten die Umgebung. Hier war nur Wald. Schnee-Wald.
"Wo soll er denn hingehüpft sein?" kratzte Emil sich am Kopf.
Ich zuckte die Schultern und atmete tief ein und aus. Puh, war ich außer Form.
"Keine Ahnung, er ist einfach verschwunden. Es sah aus, als wollte er auf mich draufspingen."
Das klang ein wenig wie eine Ausrede, als hätte ich ihn absichtlich entkommen lassen.
"Konntest du ihn denn erkennen?" wollte Sam wissen.
"Ja, ein wenig," nickte ich, langsam wieder zu Puste kommend. "Er hatte vier Hörner. Und Hufe."
Wir standen noch eine Weile rum, suchten ein wenig weiter, doch wir hatten die Spur verloren. Wie auch immer der Knilch das angestellt hatte, er schien sich in Luft aufgelöst zu haben. Und so machten wir uns dann jetzt erneut auf die Suche nach unserem Winpala, um endlich zurück ins Motel kehren und uns aufwärmen und beraten zu können.
Absturz
Doch der Wald schien uns nicht gehen lassen zu wollen, denn jäh wurde die düstere Stille von einem lärmenden Krachen durchbrochen, und wir hörten Sam aufschreien. Abrupt blieben wir stehen: Sam war wie vom Erdboden verschluckt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, wie wir kurz darauf erkennen mussten, als er, leicht dumpf und verzerrt, rief:
"Oh Mist, hier unten ist was!"
"Sam! Wo bist du?" rief ich.
"Sammy?!" rief Dean und beleuchtete die Umgebung mit seinem nun ebenfalls unruhig blinkenden Licht. Taschenlampen halt.
"Hier! Ich bin hier!" rief Sam zurück. "Hier unten!"
Einige Meter hinter unserer Gruppe befand sich - und das konnten wir auch nur mit Glück und viel Beleuchtungskrempel in der nahezu undurchdringlichen Dunkelheit erkennen - eine Fallgrube. Wir leuchteten hinein. Außer Sam, der sich an den Rand der Grube gepresst hatte, machten wir noch einen anderen Körper in der Falle aus.
"Was ist das?"
"Eine Puppe. Eine Strohpuppe, wie es scheint."
"Ein Puppe? Was zum... ?" Deans Mine verfinsterte sich.
"Es sieht so aus, als hätte jemand die Puppe hier hineingeworfen, um die Falle zu entschärfen," sagte Sam.
"Und? Hat es geklappt?"
"Ja. Hier sind eine Menge Steine, die einem das Kreuz brechen könnten."
"Vielleicht hat der Typ den Jäger verfolgt und seine Fallen entschärft. Dann brachte er ihn um, damit er nicht mehr weiter wildern kann." Deans Theorie klang plausibel.
"Gut, holen wir dich da erstmal raus," ließ Emil die Ansage verlauten. Wir hielten uns aneinander fest, wir starken Zwerge zur Verankerung nach hinten, und schließlich zog Dean Sam aus der Grube.
"Oh Mist, hier unten ist was!"
"Sam! Wo bist du?" rief ich.
"Sammy?!" rief Dean und beleuchtete die Umgebung mit seinem nun ebenfalls unruhig blinkenden Licht. Taschenlampen halt.
"Hier! Ich bin hier!" rief Sam zurück. "Hier unten!"
Einige Meter hinter unserer Gruppe befand sich - und das konnten wir auch nur mit Glück und viel Beleuchtungskrempel in der nahezu undurchdringlichen Dunkelheit erkennen - eine Fallgrube. Wir leuchteten hinein. Außer Sam, der sich an den Rand der Grube gepresst hatte, machten wir noch einen anderen Körper in der Falle aus.
"Was ist das?"
"Eine Puppe. Eine Strohpuppe, wie es scheint."
"Ein Puppe? Was zum... ?" Deans Mine verfinsterte sich.
"Es sieht so aus, als hätte jemand die Puppe hier hineingeworfen, um die Falle zu entschärfen," sagte Sam.
"Und? Hat es geklappt?"
"Ja. Hier sind eine Menge Steine, die einem das Kreuz brechen könnten."
"Vielleicht hat der Typ den Jäger verfolgt und seine Fallen entschärft. Dann brachte er ihn um, damit er nicht mehr weiter wildern kann." Deans Theorie klang plausibel.
"Gut, holen wir dich da erstmal raus," ließ Emil die Ansage verlauten. Wir hielten uns aneinander fest, wir starken Zwerge zur Verankerung nach hinten, und schließlich zog Dean Sam aus der Grube.
"Jetzt aber ab nach Hause," brummte Emil.
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